Neue Regeln seit dem 21. Juli 2026
Die Förderrichtlinie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) vom 17. Juli 2026 ist am 21. Juli 2026 in Kraft getreten. Sie ersetzt die bisherige Wohngebäude-Richtlinie aus dem Jahr 2022 und gilt nach ihrem aktuellen Wortlaut bis Ende 2030. Die KfW bestätigte zum Start der neuen Bedingungen, dass bereits bestehende Zusagen gültig bleiben und vor dem Stichtag eingereichte Anträge nach den bei der Einreichung geltenden Bedingungen geprüft werden.
Für Eigentümer ist dieser Stichtag wichtig: Ältere Förderübersichten oder frühere Beispielrechnungen können andere Zuschusshöhen zeigen. Vor einer Entscheidung sollte deshalb immer die aktuell gültige Richtlinie mit dem konkreten Vorhaben abgeglichen werden.
Bis zu 150.000 Euro Kreditrahmen sind nicht automatisch 150.000 Euro Förderung
Nach der neuen BMWE-Richtlinie können bei einer Effizienzhaussanierung förderfähige Ausgaben von bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit berücksichtigt werden. Die KfW nennt denselben einheitlichen Förderhöchstbetrag für Wohngebäude. Dabei handelt es sich um den maximal möglichen Kreditrahmen für die förderfähigen Kosten - nicht um einen Zuschuss in gleicher Höhe.
Gleichzeitig weist die KfW darauf hin, dass die Tilgungszuschüsse gegenüber den vorherigen Bedingungen pauschal um zehn Prozentpunkte reduziert wurden. Der zusätzliche Bonus von fünf Prozentpunkten für die Erneuerbare-Energien-Klasse entfällt. Der höhere Kreditrahmen kann also mehr Sanierungskosten abdecken, bedeutet aber nicht automatisch eine höhere finanzielle Entlastung. Maßgeblich sind die erreichte Effizienzhaus-Stufe, mögliche Boni, die tatsächlichen förderfähigen Kosten und die verfügbaren Haushaltsmittel.
Effizienzhaus-Stufe und Boni sauber auseinanderhalten
Die Richtlinie nennt für private Antragsteller unter anderem Tilgungszuschüsse von fünf Prozent für Effizienzhaus Denkmal EE und Effizienzhaus 55 EE sowie zehn Prozent für Effizienzhaus 40 EE. Bei einer Nachhaltigkeits-Klasse kommen fünf Prozentpunkte hinzu. Für ein förderfähiges Worst Performing Building können zehn Prozentpunkte hinzukommen; für serielle Sanierungen gelten je nach erreichter Stufe weitere Zuschläge.
Diese Bausteine dürfen nicht pauschal addiert werden. Ob eine Immobilie die technischen Voraussetzungen erfüllt und welche Kombination zulässig ist, muss anhand des Gebäudes, der geplanten Maßnahmen und der aktuellen Förderunterlagen geprüft werden. Eine seriöse Kalkulation beginnt daher mit dem energetischen Ist-Zustand - nicht mit dem höchsten Prozentsatz einer Werbegrafik.
Der richtige Zeitpunkt vor Verträgen
Die BMWE-Richtlinie sieht grundsätzlich vor, dass der Förderantrag vor dem Vorhabenbeginn gestellt wird. Als Vorhabenbeginn gilt regelmäßig der Abschluss eines Lieferungs- oder Leistungsvertrags, der bereits zur Ausführung gehört. Planungs- und Beratungsleistungen dürfen dagegen vor dem Antrag stattfinden. Für Kreditfälle beschreibt die Richtlinie eine Ausnahme, wenn vor dem Vertrag ein dokumentiertes Beratungsgespräch mit einem KfW-Finanzierungspartner oder Finanzvermittler geführt wurde.
Weil der genaue Ablauf vom Einzelfall abhängt, sollten Eigentümer zuerst den Energieeffizienz-Experten und den Finanzierungspartner einbinden und erst danach verbindliche Ausführungsverträge schließen. Ein vorzeitiger Beginn kann auf eigenes Risiko erfolgen und begründet nach der Richtlinie keinen Rechtsanspruch auf Förderung.
Was Käufer, Verkäufer und Eigentümer daraus mitnehmen können
Wer eine Immobilie modernisieren möchte, sollte Förderkredit, Tilgungszuschuss, Eigenmittel und eine realistische Kostenreserve getrennt betrachten. Verkäufer können frühzeitig dokumentieren, welche energetische Qualität vorhanden ist und welche Maßnahmen geplant oder bereits fachgerecht umgesetzt wurden. Kaufinteressenten sollten sich nicht allein auf eine genannte Fördersumme verlassen, sondern den energetischen Standard, die Nachweise und den Zeitpunkt der Antragstellung prüfen lassen.
Unser Fazit: Die neue Gebäudeförderung bietet weiterhin wichtige Finanzierungsmöglichkeiten, aber der größere Kreditrahmen ersetzt keine individuelle Prüfung. Für eine belastbare Entscheidung gehören Energieberatung, Finanzierung und Immobilienstrategie an einen Tisch. Immoteufel ordnet die Auswirkungen auf Kauf oder Verkauf ein; die technische Förderplanung und Förderzusage bleiben Aufgabe der dafür zuständigen Fachleute und Stellen.
Grundlage dieses Beitrags
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- Herausgeber beziehungsweise Quelle
- Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE)
- Titel der ursprünglichen Veröffentlichung
- Förderrichtlinie für die Bundesförderung für effiziente Gebäude - Wohngebäude (BEG WG)
- Datum der ursprünglichen Veröffentlichung
- 17.07.2026
- Datum des letzten Abrufs
- 08.09.2026
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- Herausgeber beziehungsweise Quelle
- KfW Bankengruppe
- Titel der ursprünglichen Veröffentlichung
- Die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude startet jetzt
- Datum der ursprünglichen Veröffentlichung
- 21.07.2026
- Datum des letzten Abrufs
- 08.09.2026